AUS
DER SICHT
DES BETREUERS .......
Am Sonntag, 24. September 2001 gab es in der Florido Halle eine Premiere im Österreichischen Bowling. Mit dem BSC - PHOENIX WIEN startete erstmals eine reine Jugendmannschaft in einem Meisterschaftsbewerb. Die "Vienna Youngsters" mit Michael LOOS, Dennis HOFBAUER, Alexander EL BADRAMANI, Leopold GRUNDSCHOBER und Dominic LITZKA sowie Mario BAUMGARTNER und Raphael RULZ in der Reserve legten in der 1. Klasse Herren, immerhin die 2. höchste Spielklasse, eine großartige Bewährungsprobe ab.
Mit zwei 3:1 Siegen am Vormittag gegen COSMOS und am Nachmittag gegen ETOILE 2 straften sie nicht nur alle Kritiker Lügen, sie überraschten sogar die Betreuer.
Zur
Chronik des Erfolges :
Nachdem der ebenfalls diesem Team angehörende Christoph ORALEK krankheitsbedingt abgesagt hatte, starteten wir in der oben genannten Aufstellung. Bei einer kurzen Besprechung vor dem Spiel wurde vereinbart, sich auf das Gelernte zu konzentrieren und in erster Linie eine in sich geschlossene Mannschaft präsentieren. Wir wollten in jedem Fall durch gutes Spiel und hervorragende Disziplin auffallen - ein Punkt, der im Österreichischen Bowling noch zu wünschen offen lässt. Einsatz, Kampfgeist und Zusammenhalt sollten die Säulen für den Erfolg bilden. Das Ergebnis werde dann schon kommen - und ob es reicht zum Sieg hängt ohnehin vom Gegner ab.
Diese alte Bowlingweisheit (es bringt nun mal nichts mitzurechnen) bewahrheitete sich gleich im ersten Spiel.
Die Burschen spielten stark, haderten bei anfänglichen Schwierigkeiten nicht mit dem Schicksal, sondern versuchten mit all ihren Möglichkeiten ins Spiel zu kommen. Was auch gelang und 1042 Pins zur Folge hatte. Dennoch benötigten wir die Schützenhilfe von Cosmos-Schlußspieler Otto Tergowitsch, um 1:0 in Führung zu gehen. Ohne seinen Split hätte uns auch dieses gute Ergebnis nicht gereicht - doch das Schicksal meinte es gut mit uns : 6er Anwurf - Split - nur 2 geräumt = 1039, also 3 Pins zu wenig. Durchatmen, freuen und auf die nächste Partie konzentrieren.
Nach diesem spannenden und hochklassigen Spiel war bei beiden Mannschaften kurzfristig die Luft draußen. Ein 905 : 873 Sieg für die Youngsters war das dennoch positive Resümee aus diesem Spiel. Und die Erkenntnis, dass die auftrocknenden Bahnen volle Konzentration für das letzte Spiel erfordern. Die Spieler beherzigten das und konnten sich wieder auf 940 Pins steigern. Vor allem Dennis hatte mit den trockenen Verhältnissen und seiner Materialunterlegenheit (nur 1 Ball) zu kämpfen und tat dies sehr beherzt. Wer ihn kennt, wusste, wie gerne er in dieser Situation den Kugelrücklauf bearbeitet hätte. Doch er zügelte sein Temperament, versuchte nach bestem Gewissen die gegeben Tipps umzusetzen - er spielte sogar eine relativ gerade Außenlinie - und rettete so noch 160 Pins ins Ziel - Enorm wichtig für den Gesamtsieg, ebenso wie die hart erkämpften 178 von Alex. In dieser Phase kamen Michi (199), Leo (210) und Dodo (193) ihre Teamerfahrungen zu Gute. Cosmos konterte noch mit 965 und holte den Ehrenpunkt. Der Gesamtsieg aber ging um knappe 10 Pin an die überglücklichen Burschen.
Sehr schön waren dabei noch die wirklich spürbar ehrlichen Glückwünsche unserer Gegner. Man hatte das Gefühl jeder freute sich für die Burschen, die einen wirklich fantastischen Einstand lieferten.
Der
Nachmittag :
Nach der Euphorie des Vormittages folgte im ersten Spiel gegen Etoile 2 einkräftiger Dämpfer. Das Bahnenpaar 23 / 24 hatte ein extrem hartes Finish mit einem trockenen Fleck im Gassenbereich. Alle Bälle reagierten über und guter rat war teuer. Besonders Spielertypen wie Dennis hatten ihre liebe Not. Also wählte man den "Routinier" Dodo aus, die bahn zu erkunden. Nach 10 Frames des Testens und Analysierens war die Partie weg und wir um die Erkenntnis reicher, dass sicher zu sparen mehr gebracht hätte als die Strikes zu suchen - denn für 900 brauch man nicht viele Strikes. Also gingen wir in die nächste Partie mit der Einstellung so gut zu spielen, wie es die Verhältnisse erlauben und abzuwarten. Mit dieser Lockerheit gelangen Michi gleich mal 9 Strikes, was auch die anderen wieder weckte. Sieg mit 983 zu 874, Rückstand aufgeholt und eine gute mentale Basis für das entscheidende Spiel gelegt. Und das war an Spannung nicht zu überbieten. Unter Aufbietung der letzten Kräfte (hier muss man leider Konditionsmängel feststellen) hielten die Youngsters mit Etoile lange Zeit mit. Etoile spürte die Chance auf das 3:1, konnte sich aber nie entscheidend absetzen. Nachdem Dodo im letzten Frame nach einem Strike nur einen 6er Anwurf produzierte und beim Spare nur 3 abräumte, war für Etoile klar, dass nur noch ein 2:2 möglich war. Und dafür benötigte Gabrielian ein Strike. Bei 9er Anwurf gäbe es Punkteteilung. Und wie schon im ersten Spiel des Tages, war uns auch hier der Bowlinggott hold. Ball zu hoch in die Gasse - 4 und 7 stehen. Jubel bei den Youngsters und den Betreuern. Schon wieder 3:1 Sieg. Hätte das jemand vorher gesagt, man hätte uns nicht für voll genommen.
Nach so einem erfolg ist es aber immer wichtig die Tatsachen nicht aus den Augen zu verlieren. Die Burschen haben toll gespielt und beherzt gekämpft. In den entscheidenden Augenblicken war das Glück auf unserer Seite. Aber wir wissen, das sich dies jederzeit ändern kann. Wenn wir aber immer so mannschaftlich geschlossen auftreten, weitertrainieren und die eine oder andere Schwäche ausmerzen können, so kann ich prophezeihen, dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war !
Wolfgang