DAS WAR 2002

 

Teil 2

 

 

In den folgenden Wochen wechselten Freud und Leid bei den Vienna Youngsters, die in der Relegation um den Verbleib in der Sonntagsliga kämpften. Auf die Tageshöchstserie folgte postwendend das niedrigste Tagesergebnis. So wusste ich nach solchen Wochenenden nie, ob ich mich freuen oder ob ich heulen sollte. Der drohende Abstieg in die Montagsliga machte mir Sorgen, was die Aufrechterhaltung einer Jugendmannschaft betraf. Der Gedanke, Schüler unter der Woche bis 23.00 Uhr in der Halle zu haben machte mich nicht glücklich. Allzumal wir in dieser Mannschaft einen 11- und einen 13-jährigen einsetzten.

 

Ende September machten wir uns ein letztes mal auf, die heimischen Gefilde zu verlassen und besuchten mit Michi Loos, Dodo Litzka, Gernot Sevelda und Robert May das Oktoberfestturnier in München. Dort hatten wir zwar unter anderem auch mit den Twisterpins unsere liebe Not, aber dafür stellte sich Peter Wolfschaffner mit 5 nagelneuen Stormbällen als Unterstützung für unsere Youngsters ein. DANKE Peter !

 

Inzwischen war der Winter ins Land gezogen und mit ihm kam ein letztes mal für 2002 Bill Taylor zu uns. Er trainierte mit einigen Spielern von HW 17 und vor allem mit den Vienna Youngsters. Auch er bescheinigte ihnen große Bowlingqualitäten und eine tolle Zukunft, für den Fall, dass sie dem Sport in dieser (oder noch größerer) Intensität erhalten blieben. Auch mit dem, nach Riga ein wenig verzweifelten Stefan Schmid absolvierte Bill einige Einheiten und konnte damit zumindest den ersten Frust von Stefan nehmen.

 

Derart mit Selbstvertrauen gestärkt traten wir am 10. November in der Florido Halle zum Saisonfinale an. Für diesen wichtigen Tag wurde auch Christoph Oralek, der mit Beginn der Relegation seinen (ich sage mal vorläufigen) Rücktritt bekannt gab, nochmals aktiviert. Und es schien alles perfekt zu laufen : Tageshöchstserie am Vormittag und der rettende 5. Platz waren das Ergebnis. Das fast schon obsolete niedrigste Tagesergebnis am Nachmittag ließ aber alle Träume platzen. Der gefürchtete Abstieg war Wirklichkeit geworden.

 

Während also der BSC Phoenix ein trauriges Saisonende zu verarbeiten hatte, krönte Thomas Gross seine tolle Saison mit der Qualifikation für das World Ranking Masters. Er ist somit der erste Österreicher, der sich dort mit der Creme de la Creme des Bowlings messen darf.

An dieser Stelle nochmals Gratulation für diese Leistung, lieber Thomas !

 

Bis zum Jahresende folgten noch einige von Thomas Gross und Christian Strobl organisierte Blitzturniere, Six- und Achtgamer, an denen sich stets einige Youngsters mit Erfolg beteiligten. Neben dem bereits als „Turnierschwein“ (wie ich ihn gerne liebevoll nenne) bekannten Michi Loos zeigte auch Gernot Sevelda, dass mit dem Silbermedaillengewinner von 2000 wieder verstärkt zu rechnen ist.

 

Nichts desto trotz blieb noch immer das Problem, dass wir ab 2003 eine Jugendmannschaft in der Montagsliga besitzen. Ein Gedanke, der auch den Eltern der Kinder erst einmal näher gebracht werden musste. Nach einigen Krisensitzungen hatten wir endlich die Lösung, mit der wir vor die Eltern treten konnten : mit dem Wechsel von Thomas Tybl von Unistahl zu BSC Phoenix soll der Wiederaufstieg gelingen. Von der 2er Mannschaft holten wir noch Thomas Graf dazu und somit steht dem älteren Teil der Youngsters (Dodo, Leo und Michi) die nötige Unterstützung beiseite, um die für die jüngeren Spieler so wichtige Sonntagsliga wieder zu erreichen. Eine reine Jugendmannschaft ist unter gegebenen Umständen leider nicht mehr möglich.

 

Nach dem obligatorischen Champions Round Robin, der Unistahl Weihnachtsfeier in der Plus und der Jugendweihnachtsfeier am 22. Dezember mit Ausklang am Christkindlmarkt entließen wir die Youngsters in eine kurze Weihnachtspause. Kurz deshalb, weil wir gleich am 26. Dezember wieder zu einem Vergleichskampf nach Holland aufbrachen. Um Gepäck zu sparen, nahmen wir pro Person nur einen Strike- und einen Spareball mit. Schließlich hatten zumindest unsere Burschen ausreichend Technik im „Handgepäck“, um sich auch so an die Spitze dieses Bewerbes zu setzen. Und das, obwohl die Holländer auch mit der U23 antraten, die sie, wie wir vor Ort erfahren haben, auch beim World Team Cup in Dänemark (also in der allg. Klasse) einsetzen wollen. Die Österreichische Jugendnationalmannschaft trat mit den 4 Europameistern Dodo, Michi, Leo und Rauscher Alex an und wurde ergänzt durch einen Newcomer, den Linkshänder Phillip Schlosser, der dort bereits am zweiten Tag voll integriert war und eine ansprechende Leistung ablieferte. Österreich kann wirklich stolz auf diese Burschen sein. Wer jetzt nach den Mädchen fragt, der lese am besten dazu auch den Artikel von T.T unter www.bowlingtrainer.at.

 

Mit diesem Sieg ging eine aufregende und sehr bewegte Saison positiv zu Ende. Ein Ende, welches man zu Jahresbeginn 2002 nicht zu prognostizieren gewagt hätte. Aber so kommt es eben oftmals anders als man denkt. Und daher blicke ich voller Zuversicht in die neue Saison 2003, die sich jetzt erstmals nach dem normalen Kalenderjahr orientiert. Eine Sache, die viel diskutiert wurde, aber wo man es letztendlich doch wieder nur mit Karl Farkas halten kann :

„ Schau´n Sie sich das an ! „

 

Außerdem steht Österreich Bowlingjahr 2003 gleich zweimal im Mittelpunkt des Europäischen Bowlings :

 

1.)    wird vom 12. bis 18. Oktober wird in Wien der Einzeleuropacup ausgetragen und

2.)    wird unmittelbar davor vom 7. bis 12. Oktober das Vienna Open in der Plus Halle veranstaltet, welches mittlerweile ein Bestandteil der World Ranking Tour und auch gleichzeitig das 2. höchst dotierte europäische Turnier geworden ist

 

In diesem Sinne wünsche ich noch viel Erfolg und vor allem viel Freude in der neuen Saison !

 

wolfgang

Zu Teil 1