DAS WAR 2002

 

 

Das Jahr 2002 hat im Bowling viele Veränderungen gebracht. Positives wechselte mit Negativem ab. Im Großen und Ganzen haben wir einen Schritt vorwärts gemacht, wenngleich dieser nicht so groß ist, wie er hätte ausfallen können.

 

Die Vienna Youngsters haben es geschafft in einem Jahr gleich 3 mal abzusteigen und doch ist auch hierbei wieder etwas Positives zu vermerken.

 

Doch zunächst zur Chronologie der Ereignisse:

 

Die Saison begann für die Youngsters mit dem 3-Königsturnier in Linz, wo wir uns 3 Tage einquartierten, um in verschiedenen Zusammensetzungen mehrmals anzutreten. Dieser Ausflug, der als erster von vielen vor allem den ganz jungen Spielern bei BSC Phoenix Wien zum Erfahrung sammeln diente, wurde mit dem respekablen 4. Platz von Dominic Litzka im Einzel beendet. Für Dodo sollte dies eine Saison werden, die er sicher nicht so schnell vergessen wird.

Zu Linz sei noch zu erwähnen, dass T.T und ich die Gelegenheit nutzten, um mit Josef Wiener über die Zukunft der zur Zeit führungslos dahinschwimmenden Nationalmannschaften zu sprechen. Ein Gespräch, welches wir uns hätten sparen können, wie wir später bemerken mussten.

 

Wieder zurück in Wien war die heimische Meisterschaft und der Klassenerhalt in der 5er das primäre Ziel. Dieses wurde letztendlich nicht erreicht. Über das wie und warum kann man sich in meinen Berichten zu den jeweiligen Runden informieren (siehe Archiv).

 

Inzwischen hat sich auf Verbandsebene endlich etwas getan. Mit dem Engagement von Josef Wiener als Trainer für alles, was Bowling spielt (Jugend männl. und weibl. , Herren allg. Kl. und Damen allg. Kl. – groteskerweise nicht die Senioren) hatte das Interregnum von Partsch und Co. ein Ende und das Schiff wieder einen Kapitän. Leider begann damit auch eine Ära im Österreichischen Bowling, wie wir sie hoffentlich nicht mehr erleben werden. Kameradschaft, Ehrgeiz und die Freude an unserem schönen Sport wurden durch Machtkampf, Zwang und Krampf ersetzt. Bowling begann den ersten Schritt zurück zu machen.

 

In den Semesterferien besuchte ein Teil der Youngsters den schon üblichen Lehrgang in Linz unter der Leitung von T.T. Der andere Teil blieb in Wien beim kurzfristig angesetzten Lehrgang mit dem neuen Nationaltrainer. Dies sollte noch für Zündstoff in der ohnehin gespannten Atmosphäre zwischen Verband und mir sorgen.

 

Nach unserer Rückkehr aus Linz begann sich Bowling in Wien in 3 Lager zu spalten :

Diejenigen, die sich von Josef Wiener Erfolge versprachen, diejenigen, die eher vom Gegenteil überzeugt waren und die Sportler, die ja von jetzt ab nicht mehr gefragt wurden. Diktatorische Maßnahmen sollten über mangelndes Interesse und Enagagement hinwegtäuschen. Eigene Unzulänglichkeiten wurden auf die Spieler abgewälzt. Wen wundert es da, dass schließlich 5 Spieler der 2001 erfolgreichen Herrennationalmannschaft nicht mehr dem Kader zur Verfügung stehen wollten. Ein weiterer Schritt zurück war vollzogen, aber das Schiff blieb auf Kurs.

 

In der Zwischenzeit lief die Meisterschaft weiter und die Vienna Youngsters traten in der Floridohalle zum Showdown in der 3er an. Bis zwei Spiele vor Schluss war sogar noch die Teilnahme am STM Finale in Innsbruck möglich. Es sollte beim Konjunktiv bleiben. Wir fuhren nicht nach Innsbruck sondern schafften auch in dieser Disziplin den Abstieg. Siehe auch dazu meine Artikel im Archiv.

 

Die Folgen dieses Abstieges sind keine großen, da man auch in der nächsten Saison am Sonntag spielen wird.

Apropos nächste Saison. Nach langem Hin und Her wurde die Umstellung des Meisterschaftsjahres auf das Kalenderjahr fixiert und damit auch einige andere Neuerungen im System. Siehe dazu auch den Beitrag auf www.bowlingtrainer.at

Die damit verbundene Zwischensaison (Sept. bis Dez.) gab den Youngsters jetzt auch in der 5er die Möglichkeit auf den Klassenerhalt. Wir brauchten nur in der Rumpfmeisterschaft unter die ersten 5 zu kommen, und schon ......, aber das ist eine andere Geschichte !

 

Ende April hätte das schon traditionelle Festwochen Turnier stattfinden sollen, doch wurde dieses 2 Wochen vor Beginn wegen Teilnehmermangel abgesagt. Da sprangen T.T und ich ein, und wir riefen das Schrammel Memorial ins Leben. Unter tatkräftiger Unterstützung von zahlreichen Helfern (Sascha Mladek, Fredi Panzenböck, Gerhard Fleischhacker um nur einige zu nennen) sowie natürlich der Vienna Youngsters wurde in kürzster Zeit ein Top Event geschaffen. Die Spieler dankten uns die Mühen und das Risiko mit unerwartet zahlreicher Teilnahme. So wurde das Turnier ein toller Erfolg.

Der Sieger hieß nicht Thomas Gross sondern Peter Robert jun., der einmal mehr seine Stärke bei heimischen Turnieren unter Beweis stellte. 

 

Unterdessen lief die Qualifikation für die Nationalmannschaften, wie sie von Josef Wiener ins Leben gerufen wurde auf Hochtouren und sorgte ebenfalls für zahlreichen Gesprächsstoff.

 

Zu Ostern kam uns wieder einmal Bill Taylor besuchen. Diesmal brachte er einen amerikanischen Profispieler von der Senior Tour mit – John Handegard. Das Training, welches die beiden Amis gemeinsam mit Thomas Tybl leiteten war ein voller Erfolg. Das abschließende Round Robin gegen die Senioren, welches gleich der Vorbereitung für die in Wien stattfindende Senioren EM diente, fand ebenfalls so großes Interesse. Erstmals auch beim Publikum. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass T.T mittlerweile auf Wunsch der Senioren deren Training für eben diese EM leitete.

 

Inzwischen rückte auch der Teameuropacup immer näher. Die Qualifikation war abgeschlossen, der erweiterte Kader stand fest. Diesem gehörte auch der Noch - Jugendspieler Robert May an, der sich für beide Kader qualifiziert hatte. Nun begannen die Trainingseinheiten. Doch je näher der Tag der Abreise rückte, desto kleiner wurde der Kader und letztendlich wurde mangels ausreichender Zahl an bereiten Erwachsenen 2 (eigentlich 3) Jugendspieler ins Rennen geschickt.

 

Robert May (ohnehin Fixstarter), Dominic Litzka und Alex Rauscher sollten 3 Wochen vor deren eigener Europameisterschaft für Österreich in der allg.Klasse antreten. Es gab zwar zahlreiche Diskussionen über Sinn und Unsinn einer solchen Entscheidung, aber vertragsgemäß setzte sich Josef Wiener durch, schließlich war eine Mitsprache anderer Personen bei seinen Entscheidungen vertraglich ausgeschlossen. Er wird schon gewusst haben, warum er diese Klausel einbauen ließ.

 

Dass hier nicht der nächste Schritt zurück gemacht wurde ist den Spielern selbst zu verdanken. T.T und ich besuchten die Burschen für 2 Tage in Mülheim und waren selbst überrascht, mit welcher Kaltschnäutzigkeit sie dort auftraten. In einer völlig unterlegenen Österreichischen Mannschaft waren sie neben Walter Gonaus die Stützen der wenigen Siege.

Danke Burschen !!!

 

Wieder zurück in Wien begannen die Streitereien aufs  Neue. Verantwortliche wurden gesucht und nicht gefunden. Also einigte man sich darauf, dass dieser 12.Platz ja eigentlich eine passable Leistung war. Laut Josef Wiener können wir eben nicht mehr.

Dies lies auch für die Jugend EM in Rom nichts Gutes hoffen, stellte Josef doch schon bei Amtsantritt fest, noch nie so schlechte Jugendliche gesehen zu haben.

 

Beim alljährlichen Turnier in Rimini gelang Thomas Gross die Titelverteidigung. Diese tolle Leistung wurde aber vom tragischen Tod von Peter Robert jun. überschattet. Ein Verkehrsunfall riss ihn plötzlich aus unserer Mitte. Wir werden ihn nie vergessen.

 

Am selben Wochenende fuhr die Jugendnationalmannschaft nach Rom zur EM. Auch Ihnen saß zu Beginn noch der Schock über diese traurige Nachricht im Nacken. Als letzte Ehrerbietung traten wir mit schwarzen Armschleifen an.

Irgendwie holten die Burschen dann den Europameistertitel und bewahrten Österreichs Bowling damit vor dem Totalabsturz. Einmal mehr sage ich DANKE Burschen !!!

Über die Details zur EM kann man sich ebenfalls im Archiv informieren.

 

Nach der erfolgreichen EM hatten die Youngsters erst mal eine kurze Pause. Wirklich nur kurz, denn kaum zurück ging´s ab zum Turnier nach Regensburg. Diesmal ein Turnier, welches nur einige ausgesuchte Phoenix Spieler besuchen durften, war dort doch mit starker Konkurrenz und schwierigen Verhältnissen zu rechnen.

Diese meisterte Michi Loos am besten. So wurde er 2. im Einzel und gemeinsam mit Leopold Grundschober 5. im Doppel. Nach dem 2.Platz im Champions Round Robin im Juni (er unterlag nur Thomas Gross) und dem Europameistertitel im Juli wohl ein eindrucksvoller Beweis, welch Talent hier heranwächst.

 

Wieder in Wien veranstalteten wir unser übliches Sommertraining in der 2. Augusthälfte in der Plushalle. Diesmal in 2 Teilen, da wir mit einer größeren Gruppe die Funtastic Games in Innsbruck besuchten. In einem starken internationalen Teilnehmerfeld konnten Michi Loos und Dominic Litzka den Doppelbewerb für sich entscheiden. Unter den Augen von Bill Taylor sicherte sich Michi Loos auch noch den 3.Platz im Einzel, was im großes Lob seitens des Amerikaners einbrachte.

 

Doch dieser Sieg war nichts zum Ausrasten, eher die Verpflichtung weiter zu arbeiten. Daher ging´s nach 1 Tag Pause mit dem 2. Teil vom Lehrgang unter der Leitung von T.T weiter.

 

Zwischendurch gab es ein kleines Scharmützel mit dem Verband, welches ich durch ein etwas angriffslustiges e-mail lostrat. Die Bowlingöffentlichkeit nahm wenig Notiz davon, gehörten diese Auseinandersetzungen mittlerweile ja zum Bowlingalltag.

 

Ende August war da noch die Qualifikation für den AMF Worldcup in Salzburg, welche Ivo Altmüller und Stefan Schmid für sich entschieden. Somit vertraten uns diese beiden im September in Riga, wo – quasi als Vorbereitung für die 2003 stattfindende WM – ein extrem starkes Teilnehmerfeld auf unsere Spieler wartete.

T.T fuhr an Stelle des mittlerweile zurückgetretenen Josef Wiener, allerdings auf eigene Kosten, als Betreuer mit. Und er machte seine Arbeit gewohnt gut. Konnte er zwar Stefan Schmid nicht wirklich helfen, so gelang ihm dies umso besser bei Ivo. Unsere Juniorin lieferte ein beeindruckendes Bowling, verfehlte den Cut für die letzten 8 nur knapp und setzte mit dem 10. Platz schließlich ein Zeichen, dass man Österreich das Bowling noch nicht verlernt hat. Das war der nächste Schritt nach vor. Danke Ivo !

 

Zuvor wurde noch das traditionelle Saisoneröffnungsturnier des Bc Tyrolia in der Praterhalle gespielt. Auch hier nahmen die Vienna Youngsters teil, diesmal allerdings erfolglos. Die Anzahl an jugendlichen Teilnehmern war mit 15 extrem hoch, was mit den zuvor viel diskutierten Verträgen für die Phoenix Spieler zu tun hat. Nähere Informationen dazu siehe Kasten auf der Startseite.

 
Zu Teil 2