Robert May - oder die One Man Show in der Prater Halle

Eigentlich hätte es ein ruhiges Wochenende im Waldviertel werden sollen. Die Wiener  Jugend Meisterschaften aber auch (oder vor allem) die letzten Ergebnisse meiner Youngsters bei den heimischen Ligaauftritten gaben mir die Sicherheit und Zufriedenheit, erstmals seit Bestehen dieser Mannschaft und erstmals seit 2000 einen Jugendbewerb nicht live mitzuverfolgen.

Außerdem war ich ja Dank der neuen Situation auf Verbandsebene auch nicht mehr für die Durchführung verantwortlich und konnte so ruhigen Gewissens auf die Informationen aus Wien warten - glaubte ich.

Diese Informationen waren derart ernüchternd bzw. sogar bestürzend, dass ich mich gleich am nächsten morgen nach Wien auf machte.

Ich kann daher zu den spielerischen Leistungen vom Samstag nicht objektiv,  da nicht persönlich anwesend, aber dennoch zumindest ehrlich und realistisch (schließlich kenne ich ja meine Pappenheimer) Stellung nehmen :

Wenn also ein Robert May, der sicherlich derzeit in guter Verfassung ist, einem Loos Michael auf 6 Spiele 400 Pin abnimmt, dann ist nicht nur Robert zu gratulieren, sondern auch Feuer am Dach. Also auf nach Wien und schauen, wo´s brennt.

Christoph Oralek - oder schade um dieses Talent

Der Sonntag in der Post Halle brachte zunächst eine Prolongation der May - Festspiele. Hatte Robert in "seiner" Prater Halle mit 1331 noch das restliche Feld distanziert, so konnte ihm am Sonntag Christoph Oralek zumindest Paroli bieten. 1275 sind so oder so nicht schlecht und wenn man bedenkt, dass der ehemalige "Europacup - Fighter" seit damals kaum mehr einen Ball in der Hand gehabt hat, so mag sich jeder selbst ausrechnen, was bei regelmäßigem Training bei diesem Spieler möglich wäre.

Aber auch heute war Robert eine Klasse für sich. Er konnte sein Ergebnis vom Prater noch übertrumpfen und legte 1383 auf die Bahnen der Post Halle. Eigentlich stand er zu diesem Zeitpunkt zumindest als moralischer Sieger fest. Denn selbst wenn ein Stepladder Finale dieses Ergebnis noch umdrehen würde, es wäre nicht gerecht gewesen (aber so sind nun mal Stepladder - siehe Dodo bei den Wiener Meisterschaften). Wenn man einen Bewerb über 12 Spiele derart dominiert, so dürften eigentlich 2 Spiele nichts mehr verändern.

So hatte ich, als Freund dieser Stepladder Finale, an diesem Tag 2  Herzen in meiner Brust.  Zum einen, doch den Wunsch, einen Spieler aus meinem Verein siegen zu sehen, zum anderen, die Gewissheit, dass ich es sportlich nicht richtig fände, wenn Robert, der noch dazu das erste der beiden Stepspiele mit 224 zu 193 gewann, jetzt in einem Spiel alles verlieren sollte. Und manchmal sah es fast so aus. Die Souveränität der letzten Spiele wich der Nervosität. Die Anwürfe wurden verhaltener und plötzlich stellten sich ungewohnte Sparefehler ein. Und wenn Christoph im 9. Frame der allerletzten Partie nicht einen zu hohen Anwurf mit der Höchststrafe (Split) bezahlt hätte, wer weiß, wie alles noch ausgegangen wäre. So aber hat zumindest der Jugendbewerb einen mehr als würdigen Sieger, und einen Zweiten , der sich nichts vorzuwerfen braucht - außer, dass er Robert 6 Monate Vorsprung gegeben hat. Daher ein dringender Hinweis an Alle, die diesen Artikel lesen :

Was Christoph bei diesen ÖM geboten hat, war einzigartig. Denn er hat nicht wegen, sondern TROTZ des wenigen Trainings und auf Grund seines enormen Talentes so gut gespielt. Gratulation !

 GRATUALTION AN DIESER STELLE AUCH AN ROBERT MAY :  ÖSTERREICHISCHER JUGENDMEISTER MIT  222 SCHNITT AUS 14 SPIELEN !!!!!!

Was man aber auch nicht außer Acht lassen sollte ist die Tatsache, dass ein weiterer Europacupheld und schärfster Konkurrent von Christoph bei den ÖM in Villach, Daniel Hahn dieses Jahr leider nicht angetreten ist. Persönlich glaube ich zwar nicht, dass er Robert May hätte gefährden können, aber das restliche Feld hätte er sicher zusätzlich belebt (in welcher Form auch immer....). Schade Daniel, du fehlst in unserer Mitte ebenso wie unser "Kapitän von Berlin", Alexander Rauscher, der es Robert sicher schwerer gemacht hätte. Vor allem in "seiner" Post Halle. Ich hoffe wir sehen uns alle nächstes Jahr !!!

Neben dieser spannenden Partie fand auf der Nebenbahn die Farce des Bewerbes statt. Bei den Junioren matchten sich die besten 3 von 4 Teilnehmern (!!!!) um den Titel. Das bessere Ende hatte an diesem Tag wieder einmal ein Salzburger für sich. Nach Michael Sailer (2001 in Villach) holte sich heuer Peter Gangl mit 7 Pin Vorsprung auf Gernot Sevelda, der vor dem Step noch 1 Pin vor Peter lag, den Titel.
Gratulation !  Beachtenswert dabei das Finalspiel : 220 : 248 für Gangl.
Ein Niveau, das manchem Herren Finale zur Ehre gereicht hätte.

Aber auch hier fehlte ein ganz Großer (fast 1,90m) nämlich Michael Rauscher. Mittlerweile Stammspieler der BJB Senioren ist er dem Jugendalter nur allzu schnell entwachsen. Auch hier hoffe ich auf´s nächste Jahr - Junior !!!!

Jetzt stellt sich bloß noch die Frage, wie der 4. Platzierte dazukommt, nicht um die Entscheidung mitzuspielen, sondern beinhart als Letzter festzustehen, wo doch die anderen 75 % der Teilnehmer noch eine Chance  erhalten haben. Aber unsere Sportliche Leitung wird schon wissen, was sie tut.

Ganz besonders freut mich aber der Sieg der Salzburgerin Evelyn Tutschka bei den Juniorinnen. Schon letztes Jahr in Villach zeigte die "Kampfbiene", wie wir sie damals auf Grund ihres blutigen Daumens, trotz dessen sie Platz 2 errang, nannten, was in ihr steckt. Mit viel Kampfgeist und großem Charakter gelang es ihr, die höher eingestufte, und nunmehr bereits seit einem Jahr in Wien spielende Brigitte Rebernig, zu besiegen.

 Liebe Evelyn : Gratulation zum Österreichischen Meistertitel Juniorinnen 2002 !!!!

Bei den "jugendlichen Damen" konnte sich im Stepladder Finale Carina Reitgruber gegen Conny Schröder durchsetzten und sicherte damit dem BSC Phönix Wien wenigstens einen Titel bei den diesjährigen ÖM in Wien. Danke Carina !

Neben all dem Gerede um die Titel bei den Jugendlichen und Junioren, dürfen wir aber die Jüngsten nicht vergessen. Auch hier zeigte der Nachwuchs zum Nachwuchs, dass wir in Österreich noch einiges an Potential haben. Auch hier ist das Fehlen eines großen Talentes zu bedauern. Der diesjährige Wr. Meister bei den Schülern, Mario Baumgartner, musste verletzungsbedingt pausieren. Schade Mario !

Bei den Schülern A und B gingen die Meistertitel an Patrick Schlosser und Markus Charvat, beide Black Jack Bowlers.

 Gratulation an die beiden Nachwuchstalente. Mögen sie alsbald in die BJB Mannschaft hineinwachsen und damit nicht nur den Pinschnitt heben, sondern vor allem den Alterschnitt senken !!! Danke Hansi und Co !

Abschließend möchte ich mich bei allen Eltern bedanken, die bis zum Ende ausgeharrt und ihren, aber auch allen anderen Kindern eine schöne, wenngleich noch nicht allzu lautstarke Kulisse geboten haben. Leider war die Siegerehrung diesem Rahmen nicht gerecht geworden. Besonders traurig finde ich in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die beiden Salzburger Meister nicht mit ihren Kollegen geehrt werden können, da wir außer formlose (und tw. gewohnt falsche) Durchsagen nichts zu bieten hatten. Aber vielleicht werden die Salzburger Sportsfreunde zur Siegerehrung im Juni nach Schwechat auf Verbandskosten eingeladen. Vom Flughafen wär´s nicht mehr allzu weit und das Taxi würd ich als ehemaliger Jugendleiter und Fan der Truppe, die Mario Pitterka hier geerbt hat, gerne bezahlen. In diesem Sinne auch ein Danke an die Sportliche Leitung des ÖSKB !

 

und tschüß.....